Saxifraga x caucasusanus

Saxifraga x caucasusanus M. Rothmeier


Hybride zwischen Saxifraga longifolia und Saxifraga kolenatiana (Züchter: MRO)

Die grünen, zugespitzten Blätter der Hybride sind ein klares Merkmal von S. kolenatiana. Nach fünf Jahren Standzeit kam es zu einer Wachstumsstörung – möglicherweise ausgelöst durch Wurzelwachstum oder Schädlinge –, woraufhin die Pflanze untypischerweise direkt aus der Rosette mehrere Blüten bildete, ohne zuvor einen zentralen Blütenstand auszutreiben.



Die leichten Kalkausscheidungen auf den Blättern (Kalkdrüsen) stammen von S. longifolia. Die Blattränder sind stumpf gezähnt, enden jedoch in einer harten, scharfen Spitze – ein weiteres Merkmal von S. kolenatiana. Die Rosette erreicht einen Durchmesser von 13 cm. Während die Form der Kronblätter jener von S. longifolia entspricht, stammt die intensive Blütenfarbe von S. kolenatiana.



Obwohl die roten Blüten nach einigen Tagen verblassen, behalten sie ihre Attraktivität. Ein wesentlicher Vorteil: Die Hybride hat Tochterrosetten gebildet. Im Gegensatz dazu ist S. longifolia monokarp (einmalblühend) und bildet keine Ableger, sodass die Mutterpflanze nach der Blüte abstirbt.


Bei dieser Pflanze konnte ich ein bisher einmaliges Phänomen beobachten: die sogenannte Pseudoviviparie. Dabei bildeten sich an dem Blütenstand untypischerweise kleine, fertige Tochterrosetten anstelle von oder zusätzlich zu den Blüten.

Diese seltene morphologische Besonderheit bot eine besondere Gelegenheit zur vegetativen Vermehrung. Ich habe die kleinen Rosetten vorsichtig abgenommen und zur Bewurzelung in ein Sandsubstrat gesteckt. Ein rechtzeitiges Abtrennen ist hierbei entscheidend, da die Ableger sonst mit dem eintrocknenden Blütenstand absterben würden. Da dies mein erster Versuch mit dieser Methode ist, bleibt abzuwarten, ob sich daraus dauerhaft vitale Pflanzen entwickeln werden.



Zwar blieb die Ausbildung eines vollständigen, pyramidalen Blütenstandes aus, doch bietet diese Wuchsanomalie einen entscheidenden Vorteil: Nach der Blüte entwickeln sich aus dem Zentrum der Mutterrosette zahlreiche kräftige Ableger. Bis diese Stecklinge jedoch die Blühreife erreichen, wird es noch einige Jahre dauern.



Nach zweijähriger Entwicklung zeigt die Hybride ihr gesamtes Potenzial. Der etwa 50 cm hohe Blütenstand vermittelt einen Eindruck davon, wie eine rosa oder rot blühende Saxifraga longifolia wirken würde. Ein wertvoller gärtnerischer Aspekt ist die Ausdauer der Pflanze: Analog zu S. kolenatiana bildet die Hybride kontinuierlich neue Ableger aus. Dadurch ist sie im Gegensatz zur rein monokarpen S. longifolia dauerhaft im Garten haltbar und leicht zu vermehren.



Diese exquisite Hybride (Saxifraga x caucasusanus) vereint die Rosettenarchitektur von S. longifolia mit der charakteristischen Formgebung von S. kolenatiana. Unter allen Selektionen dieser Verbindung ist dies meine wertvollste Auslese: Sie besticht durch eine außergewöhnlich farbintensive, tiefrote Blüte, die in dieser Brillanz selten zu sehen ist.