Saxifraga x hausmannii

Saxifraga x hausmannii Kerner

Syn. Saxifraga x girtanneri Bruegger

Sektions-Hybride aus Saxifraga mutata x S. aizoides



Ein winziger Topf – und doch eine ganze Welt voller Harmonie.

Was als Pflanzung von Stecklingen der Saxifraga x hausmannii begann, hat die Natur durch Selbstaussaat in eine wahre „Glücksbombe“ verwandelt. Auf engstem Raum gesellten sich Saxifraga exarata ssp. moschata der Moschus-Steinbrech, zwei Silberrosetten-Steinbreche und Prometheum pilosum (Sedum pilosum) hinzu.




Es ist faszinierend, wie sich diese Vielfalt zu einem perfekten Bild fügt. Solche ungeplanten Geschenke zeigen mir, dass die schönsten Arrangements oft ganz von selbst entstehen. Ein Mikrokosmos im 9 x 9 -Topf.




Auch Saxifraga petraea, der Felsen-Steinbrech, erweist sich in meinem Garten immer wieder als echter Vagabund. Seine Sämlinge tauchen völlig unerwartet in den verschiedensten Pflanzgefäßen auf, diesmal hat er sich direkt zu meiner Saxifraga x hausmannii gesellt. Solche spontanen Arrangements sind überaus reizvoll, weshalb ich dieses wilde Miteinander gerne zulasse.



Doch die Natur hat auch ihre dramatischen Seiten: Da S. petraea deutlich kräftiger wächst, begann sie bald, die kleinere Saxifraga x hausmannii mit ihren Blättern regelrecht zu bedrängen. Dabei konnte ich ein faszinierendes Phänomen beobachten, das Pflanzen oft in Stresssituationen zeigen.



In einer Art „Überlebenspanik“ reagiert die bedrohte Pflanze mit verschiedenen Notstrategien:

Sie treibt hastig Notblüten aus, um trotz der Bedrängnis noch schnell Samen für die nächste Generation zu bilden.



Andere Exemplare bilden asymmetrische Rosetten, die versuchen, dem Schatten des Nachbarn auszuweichen.

Manche treiben sogar winzige Tochterrosetten direkt aus der Mitte aus – ein letzter Versuch, sich durch vegetative Vermehrung zu retten.




Es ist beeindruckend und zugleich rührend zu sehen, mit welcher Kraft und Kreativität die Natur selbst auf kleinstem Raum um ihr Überleben kämpft.