Orostachys spinosa 'Cristata'



Vor mehr als 30 Jahren erhielt ich meine erste Stachelige Sternwurz (Orostachys spinosa) aus einer Spezialgärtnerei für alpine Steingartenpflanzen. Was als einzelne, schlichte Rosette begann, entwickelte sich zu meinem Erstaunen innerhalb kurzer Zeit zu einem botanischen Phänomen: Die Pflanze veränderte im Zentrum ihr Wachstumsmuster und bildete eine außergewöhnliche Cristat-Form aus. Dass die Nachkommen dieser Pflanze die auffallende Verbänderung auch nach über drei Jahrzehnten zuverlässig weitergeben, ist eine bemerkenswerte Beständigkeit, die diese Sammlung heute wie damals zu etwas Besonderem macht.

Was ist eine Cristat-Form (Verbänderung)?

Die im Text erwähnte Cristat-Form (von lateinisch crista für „Kamm“ oder „Haube“) ist eine botanische Besonderheit, die in der Fachsprache auch als Fasziation oder Verbänderung bezeichnet wird.

Normalerweise wachsen Pflanzen aus einem punktförmigen Vegetationskegel, was zu runden Trieben oder Rosetten führt. Bei einer Cristat-Form wird dieser Wachstumspunkt zu einer Linie verbreitert.

Anstatt einer runden Rosette wächst die Pflanze kammartig, fächerförmig oder kräuselt sich zu hirnartigen Strukturen auf. Bei Orostachys spinosa führt dies zu bizarren, dicht gedrängten Gebilden, die sehr dekorativ wirken.

Während Cristat-Formen oft durch äußere Reize (Verletzungen, Viren) entstehen und nicht immer stabil sind, scheint bei meinem Exemplaren eine genetische Fixierung vorzuliegen. Das bedeutet, dass die Veranlagung zur Verbänderung in den Genen verankert ist und daher über Generationen hinweg an die Nachkommen weitergegeben wird.

Am Bild zu sehen: Orostachys spinosa ' Cristata ', acht Jahre später.