Sempervivum im Dösental-Mallnitz-Seebachtal


Das Seebachtal (1.240 m ü. A.) im Kärntner Teil des Nationalparks Hohe Tauern gilt als eines der bedeutendsten alpinen Zentren für den Artenschutz. Hier wurde bereits mehrfach die Wiederansiedlung des Bartgeiers (Gypaetus barbatus) erfolgreich vorangetrieben. In den Jahren 2000 bis 2009 fanden gezielte Auswilderungen statt, zuletzt die Freilassung der Jungvögel ‚Eustachius‘ und ‚Maseta‘. Mit einer imposanten Flügelspannweite von bis zu drei Metern ist der Bartgeier der größte Greifvogel Europas. Sein markanter Borstenbart am Schnabelansatz und das kontrastreiche Gefieder machen ihn zu einer unverwechselbaren Schlüsselspezies des hochalpinen Ökosystems.



In eleganter Nutzung der thermischen Aufwinde kreisen die Bartgeier über den Bergflanken des Seebachtals – ein Zeichen für die erfolgreiche Reintegration dieser majestätischen Segler in ihren natürlichen Lebensraum.



Goldener Spätsommer im Seebachtal. Während die Hauswurzen am Wegesrand in den prächtigsten Farben leuchten, genießt Labrador ‚Mex‘ nach unserer Wanderung das kristallklare, kühle Wasser des Seebachs. Ein perfekter Tag in den Bergen!



Eine bemerkenswerte Pflanzengesellschaft: Das Zusammenspiel von Sempervivum globiferum ssp. arenarium (Zwerg-Fransenhauswurz) und dem charakteristischen, silbrig-glänzenden Hedwigsmoos (Hedwigia ciliata) auf kargem Substrat.

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Seebachtal - Hohe Tauern

Das Dösental erstreckt sich als eines der ursprünglichsten Hochtäler der Ankogelgruppe tief in das Herz der Hohen Tauern. Geprägt durch seine markante glaziale Formung, führt der Weg vorbei an stiebenden Wasserfällen und durch karge Blockhalden hinauf in die hochalpine Stufe. Besonders eindrucksvoll zeigt sich hier die Dynamik der Natur: Zwischen den schroffen Gipfeln und dem kristallklaren Dösener See verbirgt sich einer der besterhaltenen Blockgletscher der Ostalpen – ein imposantes Zeugnis der eiszeitlichen Gestaltungskraft.