Gressoney Tal - Aostatal

Das Gressoney-Tal – Eine botanische Entdeckungsreise

Bei unserer ersten Fahrt ins Gressoney-Tal wurden meine Frau, unser Labrador „Mex“ und ich sofort von der grandiosen Alpenlandschaft in den Bann gezogen. Die Fahrt entlang des wilden Bergbachs Lys offenbarte Ausblicke, die uns demütig werden ließen. Besonders faszinierend war die reiche alpine Flora. Entlang der Felswände blühte der Strauß-Steinbrech (Saxifraga cotyledon) mit großen, weißen Blütenständen. Auf einer kleinen Insel im Fluss glänzten seine Blüten neben den leuchtend gelben Blüten des Großblütigen Hauswurzes (Sempervivum grandiflorum).

Die Krönung war die Entdeckung zahlreicher, wunderschön gefärbter Sempervivum-Arten wie S. arachnoideum, S.grandiflorum, S. tectorum und S. montanum – und deren Hybriden. Besonders hervorzuheben war Sempervivum × hayekii (grandiflorum × tectorum), die hier in einer unvergleichlichen Pracht wuchs. Selbst bei späteren Besuchen über fünf Jahre hinweg, zuletzt mit meinem Freund L. Mayer, blieb die Faszination bestehen, auch wenn die ursprüngliche Stelle mit den schönsten Hybriden durch einen Murenabgang verschwunden war.



Der südliche Teil des imposanten Monte Rosa Massivs erstreckt sich über die Walliser Alpen und markiert die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Es ist ein Gebiet der Superlative. Die Dufourspitze, mit 4.634 Metern Höhe, ist der höchste Gipfel der Schweiz und der zweithöchste Berg der gesamten Alpen, nur übertroffen vom Mont Blanc (4.810 m). Diese majestätische Erhebung, benannt nach dem Schweizer General Guillaume-Henri Dufour, bietet ein atemberaubendes Panorama.

Auf der italienischen Seite des Massivs, im Aostatal, ragt der eindrucksvolle Silbersattel (italienisch: Sella d'Argento) mit einer Höhe von 4.515 Metern empor. Das gesamte Massiv ist ein zentraler Punkt für Bergsteiger und Naturliebhaber, bekannt für seine gewaltigen Gletscher, wie den Grenzgletscher, die die umliegenden Täler prägen und formen.





Der mächtige Lyskamm bildet eine markante, mehrere Kilometer lange Gratlinie in den Walliser Alpen, die den schweizerischen Kanton Wallis mit der italienischen Region Valle d'Aosta verbindet. Seine höchsten Punkte sind der Ostgipfel (4.527 m) und der Westgipfel (4.479 m). Der Berg ist bekannt für seine gefährlichen Wechten und gilt alpinistisch als anspruchsvoll.

Unterhalb dieses Riesen erstreckt sich der zerklüftete Lys-Gletscher, dessen Zunge sich bis in das namensgebende Gressoney-Tal (Valle di Gressoney) hinabzieht. Das Tal selbst wird vom rund 40 Kilometer langen Fluss Lys durchflossen, der die Landschaft prägt und schließlich bei Pont Saint Martin in die Dora Baltea mündet. Historisch gesehen ist das Tal auch für die Walser Kultur und Sprache bekannt, die hier bis heute gepflegt wird.


Auch ein und zwei Jahre nach dem ersten Besuch blieb der Naturstandort vollständig erhalten. Die Populationen der seltenen Hybride Sempervivum × hayekii sowie der Begleitarten S. grandiflorum und S. tectorum präsentierten sich in unveränderter Schönheit.